Holzgas-Blockheizkraftwerke als eine notwendige Voraussetzung

Nachhaltige Anpassung durch Naturkraft: Markt Kaufering (Deutschland)

 

Der hohe Anteil an Nadelbäumen (Fichte) und die hohe Schadstoffbelastung haben zu ungünstigen Bodenentwicklungen in einheimischen Wäldern geführt. Bodenversauerung, nicht-funktionsfähige Humusformen, niedrige Regenwurmpopulationen und niedrige Pufferfähigkeit gegenüber extremen Wetterbedingungen sind die wichtigsten Konsequenzen.

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, haben sich fünf Gemeinden in Landsberg und einige der angrenzenden Landeigentümer dafür entschieden, mit eigens entwickelten Anpassungskonzepten bis 2050 zusammenzuarbeiten. Das Ziel ist die Bodenqualität zu verbessern und damit ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die negativen Auswirkungen des Klimawandels mit den einhergehenden extremen Wetterereignissen abzuschwächen.

Der Fokus liegt auf der Umwandlung der Forste zu Dauerwäldern. Die gewählten Baumarten können die Böden nachweislich so verändern, dass sie Spitzenleistungen erbringen können. Nach einem ähnlichen Prinzip, werden Kurzumtriebsplantagen auf landwirtschaftlichen Flächen bewirtschaftet, um Ökosystemdienstleistungen zu verbessern. Die Daten von Untersuchungen und Forschungsprojekten verschiedener Universitäten bestätigen, dass funktional intakte Böden die Basis für eine hohe Biomasseproduktion und damit für Ökosystemdienstleistungen sind.

Ein gesunder, lebendiger Boden mit einem großen Reservoir pflanzenverfügbaren Wassers kann mehr Biomasse währen der Vegetationsperiode produzieren und gleichzeitig durch höhere Transpiration mehr zur Regulierung des Lokalklimas beitragen. Das kann wiederum zu erhöhten Niederschlägen und geringeren Temperaturanstiegen führen und damit die globale Erwärmung abschwächen. Außerdem ist zu befürchten, dass zunehmende Wetterextreme, die im Zuge des Klimawandels erwartet werden, einen langfristigen Kollaps der Biomasseproduktion und damit der Ökosystemdienstleistungen auslösen können. Daher muss jetzt gehandelt werden!

Das Hauptproblem im Moment ist jedoch, dass das Betreiben eines Holzgas-Blockheizkraftwerkes nicht wirtschaftlich ist. Gründe dafür sind die geringen Kosten für fossile Energieträger und der geringe Marktwert für Holz. Waldbesitzer sind dadurch sehr schwer zu überzeugen, ihren Wald zu einem hartholz-reichen Dauerwald umzubauen. Ein weiteres Hindernis ist, dass Wirtschaft und Politik derzeit generell auf fossilen Energieträgern und Rohstoffen aufgebaut sind. Dadurch wäre es dringend notwendig, monetäre Anreize zu schaffen, um Ökosystemdienstleistungen zu verbessern. Es darf nicht vergessen werden, dass wichtige Ökosystemdienstleistungen wie Gesundheit  und Erosionsschutz am Ende nicht mit Geld zurechtgerückt werden können.

 

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